Whisk-e-y Abo – Archiv

Die bisherigen Whisk(e)ys im Überblick

Mai 2022 - Glengarioch 2011 DT Octave

Im Mai gibt es wieder einen Gaumenschmauß von Duncan Taylor, dem unabhängigen Abfüller mit dem größten Privatbesitz an Whiskyfässern. Die Abfüllung der Highland-Brennerei Glengarioch (gesprochen: glen-geerie) wurde nach 9-jähriger Bourbonfassreifung für sechs Monate im Sherry Octave Fass veredelt. Der Name „Octave“ bezieht sich auf die Größe der Fässer: Sie haben ein Volumen von 1/8 eines normalen Sherrybutts, also rund 50 Liter. Im Vergleich zu großen Fässern soll die geringe Menge an Whisky, die mit viel Holzoberfläche Kontakt hat, für einen stärkeren Austausch der Aromen zwischen Fass und Destillat sorgen.

 

Das Einzelfass ist eine Privatabfüllung für „Angel’s Share“, ein Whiskygeschäft aus meiner Region. Die Fassnummer 4628126 ergab nur 79 Flaschen; die vorliegende Flasche #30 ist natürlich nicht kühlgefiltert, nicht gefärbt und in Fassstärke abgefüllt (54,7% ABV).

Glengarioch 2011 DT Octave
Mackmyra First Edition

April 2022 - Mackmyra The First Edition 

Mit Beginn des zweiten Jahres des Whiskyabonnements wird es endlich international – wir besuchen eine Brennerei, die nicht mehr wegzudenken ist vom Whiskymarkt: 1998 fassten acht Freunde den Entschluss, Schweden brauche einen eigenen Whisky – 1999 begann die Produktion, 2002 wurde ausgebaut, seit 2011 sitzt die Brennerei in einem modernen Betonbau mitten im Wald nördlich von Stockholm und gehört zu den automatisiertesten Destillerien der Welt. Die Brennblasen sind aus Schottland importiert, und die Lagerung bei den Schweden in kleinen 30 Liter Fässern führt dazu, dass der Whisky deutlich schneller reift als üblich.

         

Die vorliegende Abfüllung ist eine sehr frühe aus dem Hause Mackmyra. Deutliche Aprikosen- und Obstgartenaromen mit einer dezenten Holznote machen den „First Edition“ weich und aromatisch für seine jungen drei Jahre.

März 2022 - Arran Machrie Moor CS

Arran ist eigentlich für seine milden Whiskys bekannt, oft in Kombination mit besonderen Fassveredelungen. Der Machrie Moor haut einen dagegen sinnbildlich um und verrät, dass die Brennerei auch anders kann: nicht nur die Fassstärke ist ungewöhnlich, sondern v.a. der Umstand, dass diese Abfüllung getorft ist! Mit 20ppm (parts per million – Maßeinheit für das Rauchniveau der verwendeten Gerste) ist dieser Whisky nur leicht rauchig; so bewahrt die Abfüllung gekonnt das brennereitypische Aromaprofil und bettet es in angenehm milde Torfnoten.

 

Der Name stammt vom Torfmoor auf der Insel Arran. Der sagenumwobene Krieger Fingal der Riese soll seinen Hund Bran hier in einem Steinkreis angekettet haben: das in den Stein gehauene Loch für die Kette ist noch  heute sichtbar – und Inspiration für das Label der Flasche.

Arran Machrie Moor CS
Bunnahabhain Eirigh Na Greine

Februar 2022 - Bunnahabhain Eirigh Na Greine

Bunnahabhain (gesprochen Bunna-havn ; übersetzt: Flussmündung) ist eine der berühmten Brennereien auf der Insel Islay. Ihre wunderschöne Lage an der Ostküste mit Blick auf die Nachbarinsel Jura verzaubert ihre Besucher immer wieder aufs Neue;  Eirigh Na Greine ist gälisch und heißt übersetzt Morgenhimmel – und mit diesem Bild im Kopf möchte auch der Whisky überzeugen: atemberaubend wie ein Sonnenaufgang am Meer. Dazu tragen das klassische Profil der Brennerei (salzig und leicht rauchig) sowie die Veredelung in französischen und italienischen Rotweinfässern bei. Das Ergebnis ist eine gelungene Harmonie aus fruchtiger Süße und maritimen Noten.

Januar 2022 - Loch Lomond 18yo

Die Loch Lomond Brennerei liegt am gleichnamigen See, nur knapp eine Stunde nördlich von Glasgow. Trotzdem zählt die Brennerei schon zu den Highlands. Seit dem Besitzerwechsel vor einigen Jahren gewinnt Loch Lomond wieder an Ansehen, vor allem weil z.B. beim 18yo ein höherer Alkoholgehalt gewählt und nicht kühlgefiltert wird; beides Stellschrauben für mehr Aromenvielfalt und Komplexität.

 

Die Brennerei ist insofern einzigartig, als dass sie eine Kombination aus klassischen Brennblasen mit Schwanenhals sowie eigens entwickelten „Lomond stills“, also Brennblasen mit geradem Hals und Gegenstromdestillation, verwendet. Letztere können einen Alkoholgehalt von weit über 80% erreichen – und sollen so noch mehr fruchtige Aromen erzielen. Der 18yo wird aus beiden Brennblasentypen kombiniert und überzeugt mit seiner wundervoll fruchtigen, subtil rauchigen Art!

LochLomond 18yo
GlenDronach CS 7

Dezember 2021 - GlenDronach Cask Strength (batch 7)

GlenDronach ist eine überaus populäre Highland Brennerei, die den Großteil der Blends für Teacher‘s und Ballantine’s stellt. Zu sehr gutem Ruf in der Single Malt Szene ist die Brennerei aber wohl erst unter der Regie von Billy Walker gekommen (heute GlenAllachie, siehe das Abo vom Juli). Er steht wie kaum ein anderer für unglaubliche Erfahrung in der Whiskybranche und den richtigen Riecher bei der Fassauswahl.

 

Zwar ist die Brennerei inzwischen von der BenRiach Distillery Co. gekauft worden, aber das Profil wurde durch Walker maßgeblich geprägt: Der Cask Strength ist ein fester Bestandteil, auf den die eingefleischten Fans jedes Jahr warten – er wird in Sherryfässern vollgereift [Pedro Ximenez für eine kräftige (Liebstöckl-)Würze, Oloroso für Süße] und weiß durch Fassstärke von sich zu überzeugen; ein echter Winterwärmer-Whisky und der perfekte Abgang zum Jahresende. Slàinte mhath!

November 2021 - AnCnoc 12yo

Geografisch in der Speyside gelegen, erinnert anCnoc (a-nock gesprochen) vom Charakter her eher an einen Highland-Whisky – und stuft sich folgerichtig selbst so ein. Ein Großteil der Produktion geht in den Blends Markt, aber der kleine Anteil an Single Malt Abfüllungen ist von ausgesprochener Qualität. Als relativ kleine Brennerei nutzt anCnoc den Spielraum, experimentieren zu können – mit Erfolg.

 

Der 12-jährige ist der jüngste der Standardabfüllungen; der Einstieg in das Sortiment fällt mit ihm nicht schwer: süßlich-frische Noten mit dem Hang zu Waldkräutern und schwacher Säure sind eine gelungene Harmonie, die dem Gaumen schmeichelt. Durch die klassische Ex-Bourbonfass-Reifung erhält der 12-jährige zudem sanfte Vanille- und Karamellnoten, die die Säure gut einbinden. Ein wundervoller Standard-Whisky, der in keiner Sammlung fehlen sollte.

AnCnoc 12yo Single Malt
Craigellachie 10yo DT Dimensions

Oktober 2021 - Craigellachie 10yo DT

Diese auf 390 Flaschen limitierte Einzelfassabfüllung vom berühmten unabhängigen Abüller Duncan Taylor gehört zur Dimensions Serie und überzeugt mit unverdünnter Qualität  bei 54,1% Alkoholgehalt.  Die Fassnummer 75900020 wurde im März 2011 gebrannt und im März 2021 abgefüllt. Generell werden die Whiskys nicht gefärbt oder kühlgefiltert, was unverfälschten, kräftigen Geschmack garantiert.

 

Craigellachie ist eine ungewöhnliche Speyside-Brennerei, die größtenteils für berühmte Blends wie Dewars produziert. Das Besondere: Anders als das typische Speyside-Profil betont Craigellachie einen bewusst schweren Whisky Stil mit hohen Anteilen an Schwefel und weiteren vollmundigen Aromen (statt typischerweise leichter, floraler Aromen bei Whiskys aus der Region).  Eine wirklich gelungene Kombination von Philosophien!

September 2021 - Lindores MCDXCIV

Im September wird unser Whiskyabonnement historisch - der Lindores Whisky ist erst wenige Wochen auf dem Markt, aber seine Geschichte wurde schon oft zitiert: Die erste Beurkundung von Whiskydestillation in Schottland stammt aus staatlichen Steuerunterlagen des Jahres 1494, nach denen „eight bolls of malt to Friar John Cor wherewith to make aquae vitae“ im Auftrag von König James IV übergeben wurden. John Cor war Mönch des Benediktinerordens der Abtei von Lindores, weshalb sie heute als Geburtsstätte des schottischen Whiskys gilt. Und nach 523 Jahren Pause wird endlich wieder Whisky produziert!

Lindores Abbey Single Malt
Old Pulteney Huddart

August 2021 - Old Pulteney Huddart

Im August begeben wir uns ganz in den Norden des schottischen Festlandes. Ein Schluck vom Old Pulteney führt uns vor Augen, dass der Whisky auch durch die Umgebung der Fässer bei Lagerung beeinflusst wird: neben seinen klassisch honigsüßen Vanillearomen ist ihm eine ganz besondere maritime Salzigkeit eigen, die die Küstennähe und Verbundenheit des Ortes mit dem Meer widerspiegelt.

 

Der Huddart ist nach der Straße, in der die Brennerei liegt, benannt. Er erhält seine subtile Rauchnote durch eine Veredelung in Fässern, die zuvor getorften Whisky enthielten. Die dadurch vom Destillat angenommenen Raucharomen sind deutlich feiner und hintergründiger, als dies bei Whisky auf Grundlage von getorfter Gerste der Fall wäre. Ein frischer, angenehmer Whisky für warme Sommerabende. [46% vol.]

Juli 2021 - GlenAllachie 12yo Madeira Finish

Der Juli bringt endlich wärmere Temperaturen mit sich - da wird es Zeit, sich der Sonne Portugals zuzuwenden: Der GlenAllachie 12yo Madeira ist Teil der berühmten Wood Finish Serie der Brennerei, bei der der Whisky nach Jahren der Bourbonfassreifung eine Veredlung in den unterschied- lichsten Fässern der Welt erhält. Für diese exklusiv für den deutschen Markt abgefüllte Version lagerte der Whisky die letzten Monate in einem Madeirafass. Madeira ist ein aufgespriteter (mit Zuckerrohrschnaps angereichert), teiloxidierter Likörwein, den besonders viele Tannine und ein hoher Säuregehalt auszeichnen. Diese Noten ergänzen die süßlich-vollmundigen Aromen der Speyside-Brennerei sehr gut und führen zu einer portugiesisch-schottischen Symbiose. [48% vol.]

GlenAllachie 12yo Madeira
Sea Shepherd

Juni 2021 - Sea Shepherd Navy Strength Batch 1

Im Juni genießen wir geradezu altruistisch: Der Sea Shepherd Navy Strength ist ein Islay-Whisky unbekannter Brennereiherkunft und wird in Fassstärke abgefüllt. Das sind nicht nur Garanten für große Aromenvielfalt und kräftigen Torfrauch, sondern die Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation gleichen Namens unterstützt diese auch in ihrer Arbeit zum weltweiten Erhalt des maritimen Lebensraums.  Farbe und Aroma sprechen für einen recht jungen, charakterstarken Whisky (ca. sechs bis neun Jahre), höchstwahrscheinlich in einem ex-Bourbonfass gereift. Die 57,1% „navy strength“ vertragen ruhig einige Tropfen Wasser.

Mai 2021 - Glengoyne 18yo

Glengoyne ist die südlichste der schottischen Hochlandbrennereien und liegt nur etwa 20km nördlich von Glasgow. Da sie genau an der Grenze zwischen beiden Regionen thront, produziert sie Highland Whisky, der aber in den Lowlands lagert. Der Name bedeutet „Tal der Wildgänse“ (Glen Guin auf gälisch). Entsprechend ziert das Tier das Wappen, ebenso wie der Hinweis „unhurried since 1833“ – Glengoyne rühmt sich damit, die langsamste Destillation Schottlands zu betreiben. Aus diesem Grund kommen v.a. leichte Alkohole ins Destillat, was einen süßen und weichen Geschmack garantiert. Außerdem wird ein Großteil der Produktion (etwa 90%) in spanischen Sherryfässern gelagert – ebenfalls ein Garant für feine Süße! [43% vol.]

Glengoyne 18
Tamnavulin Tempranillo

April 2021 - Tamnavulin Tempranillo Cask

Der Tamnavulin (übersetzt „Mühle auf dem Berg“) Tempranillo Cask Edition ist ein Speyside Whisky mit Rotwein-Finish. Typischer Weise für die Region ist er malzig süß und rund im Geschmack, was durch eine mehrmonatige Veredelung in spanischen Tempranillo-Rotweinfässern gelungen um unterschwellige Tannine, rote Früchte und eine trocken-würzige Eichennote der europäischen Fässer erweitert wird. Ein Whisky, der zum Dessert oder an einem lauen Frühlingsabend perfekt passt!

[40% vol.; mit Zuckerkulör]